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Rua Gonçalves Dias, 34
Petrópolis, Rio de Janeiro
tel: (24) 2245-4316

horário:
sexta a domingo de 11h às 17h

caixa postal 50060
20.050-971
Rio de Janeiro/RJ - Brasil

 
Zwei Österreicher in Brasilien: heute abend (2.6.2014) auf ORF
Maria Leopoldine von Österreich und der Schriftsteller Stefan Zweig waren wohl die bisher prominentesten österreichischen Emigranten in Brasilien. Klicken Sie, um mehr über das Programm zu erfahren.
Der Stefan-Zweig-Boom im New York Times
Stefan Zweig boomt überall: seine Werke werden neu aufgelegt, neue Filmtitel erscheinen. Klicken Sie, um den Artikel von Larry Rohter im New York Times zu lesen.

Wilhelm Wöller, ein Expressionist in Rio
Wer ist entartet: der wütende Tyrann, der die Freiheit abschafft, oder der Künstler, der die Wahrheit sucht?
Wer ist entartet: der, der verschließt, verknebelt und versteckt, oder der, der Fenster öffnet und Wahlmöglichkeiten anbietet?
Wer ist entartet: der, der schlägt, verfolgt, foltert und tötet, oder der, der sich dem Leben verschrieben hat?
Wer ist entartet: der, der in der Finsternis lebt, oder der, der Licht darbietet?
Der Entartete verängstigt, vertreibt, verbannt: als man ihm verbot, seine Kunst auszuüben, floh der deutsche Expressionist Wilhelm Wöller aus seiner Heimat, ihm wurden Bilder zerstört und er starb verfrüht.
Dank der Familie Junqueira kommt die Casa Stefan Zweig ihrer Verpflichtung als Gedenkstätte des Exils nach und macht das Werk eines Künstlers bekannt, der - wie so viele andere - heute berühmt wäre, wenn nicht Entartete an die Macht gelangt wären.

Alberto Dines
Ausstellung im Wiener Theatermuseum: Zweigs Abschied von Europa
Bis Januar 2015 können alle Anhänger des österreichischen Schriftstellers im Wiener Theatermuseum eine Ausstellung über Leben und Werk Stefan Zweigs aus dem Blickwinkel des Exils besuchen. Im Zentrum stehen die zwei Werke, die im Exil enstanden sind: die Erinnerungen Die Welt von Gestern und die Schachnovelle. Kuratiert von dem Leiter des Stefan-Zweig-Centres Salzburg, Klemens Renoldner, und gestaltet von Peter Karlhuber, birgt die Ausstellung einige Raritäten. Erstmals ist es gelungen, Zweigs Manuskripte und Typoskripte aus Archiven in den USA und Israel in Österreich zu zeigen. EInige wertvolle Stücke aus seiner berühmten Autografensammlung sind zu sehen. Und als Höhepunkt gibt es zwei Filme: Einer zeigt Stefan Zweig lachend und Hände küssend bei den Salzburger Festspielen, der zweite in Moskau bei einer Gedenkveranstaltung zum 100. Geburtstag von Leo Tolstoi, zu der Zweig 1928 vom Schriftsteller Maxim Gorki geladen wurde. Zweig (1881-1942) verbrachte die letzten acht Jahre seines Lebens im Exil. Im Februar 1934 emigrierte er nach England, im Juni 1940 verließ er mit seiner Ehefrau Lotte Europa. Sie hielten sich in den USA und in Brasilien auf, wo sie sich schließlich Ende Februar 1942 gemeinsam das Leben nahmen.
Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm sowie einem Lesebuch, das im Christian Brandstätter Verlag erschienen ist.
3. April 2014 -12. Januar 2015, täglich außer Dienstag 10.00 bis 18.00 Uhr
Klicken Sie, um den kompletten Artikel im Kurier zu lesen.
Das brasilianische Zweig-Haus im Le Figaro
Klicken Sie, um den Artikel von Sebastian Lapaque zu lesen.
Germanisten treffen Zweig
Eine Gruppe von 10 Germanisten aus Deutschland besuchte am 3.9. das Zweig-Haus und die Gedenkstätte des Exils in Petrópolis. Sie nehmen in Rio an einer Tagung des DAAD (Germanistik in Brasilien: Herausforderungen,
Vermittlungswege, Übersetzungen) teil.

Deutscher Staatsminister Bernd Neumann besucht das Zweig-Haus
Der Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, besuchte am Samstag, 17. August, die Casa Stefan Zweig in Petrópolis, zusammen mit dem deutschen Generalkonsul in Rio de Janeiro, Harald Klein. Das Stefan-Zweig-Haus bekam vor 2 Jahren einen Zuschuss aus dem Kulturerhaltprogramm des Auswärtigen Amts, das Kulturschätze in aller Welt finanziell unterstützt.

Briefe von SZ an Lotte
Zweig-Biograf Oliver Matuschek hat in einem Buch Stefan Zweigs Briefe an Lotte, seine zweite Frau, herausgegeben. Klicken Sie, um den Artikel von Andreas Isenschmid (Die Zeit) zu lesen: der Versuch des oesterreichischen Autors, sich als Familienmensch neu zu erfinden.
Rolland an Zweig, vor 80 Jahren: "Mein Freund, sprechen Sie für Ihr Volk"
„Meine Meinung ist es, dass eine große jüdische Stimme sich erheben muß – man erwartet ihren pathetischen Schrei – Schrei des Schmerzens, des gerechten Stolzes, der Anklage. Die Welt wartet darauf. Sie muß sprechen – ohne sich um all die ‚Wozu nützt es?‘ zu kümmern, um all die falschen Skrupel, die Sorge, den bedrohten Brüdern Verfolgung zu ersparen. Es geht nicht mehr darum, das Leben einer Handvoll Menschen zu retten. Die ganze Sache Israels steht auf dem Spiel. Warum muss ich das sagen, ich, der nicht dazu gehöre? Wenn man die Ehre hat, einem so alten geschmähten Volk anzugehören, muß man sich mit lauter Stimme zu ihm bekennen und die Schmach auf die unwürdigen Verfolger zurückwerfen... Mein Freund, wenn Sie dann in London sein werden, sprechen Sie! Sprechen Sie für all die anderen, die nicht sprechen! Für Ihr Volk! Und das heisst in diesem Augenblick, für die Menschheit!”
Vor genau 80 Jahren richtete Romain Rolland diesen dramatischen Appell an seinen „Jünger“ Stefan Zweig. Er erinnert uns heute mit erstaunlicher Kraft an jene von Zögern und Zweifeln durchsetzte dunkle Zeiten. Und ist vielleicht einer der intensivsten Texte des Humanisten und Nobelpreisträgers von 1915, Autor des „Jean Christophe”.
Rolland ahnte die Endlösung fast ein Jahrzehnt vor den Mssenmorden. Er wollte eine jüdische Stimme, um den Plan anzuklagen. Zwei Jahre dauerte es aber noch, bis Stefan Zweig dem Appell seines Meisters folgte. Sein Horror vor dem Konflikt zwischen den politischen Parteien – damals Kommunisten, Sozialdemokraten und Liberalen – im Kampf gegen Hitler liess ihn die Vorahnung in dem Appell nicht gleich erkennen.
1935 verfasste Zweig den Entwurf eines Manifestes (das einzige, das er jemals schrieb), das von deutschsprachigen jüdischen Intellektuellen unterzeichnet werden sollte und sendete ihn an Albert Einstein und Max Brod, unter anderen. Er blieb unbeantwortet liegen.

Alberto Dines, 23. Juli 2013
Oper Schachnovelle in Kiel uraufgefuehrt
Komponist Cristóbal Halffter wird an der Kieler Oper mit seinem neuen Werk gefeiert. Klicken Sie, um den Bericht von Peter Krause in der Welt zu lesen.
Tod im Paradies (4. Ausgabe) und neue brasilianische Übersetzung von Marie Antoinette
Zwei in Rio ansässige Verlage stellen gemeinsam zwei neue Bücher vor: die 4. Fassung der Biografie Morte no Paraíso (Tod im Paradies) von Alberto Dines (Rocco) und Maria Antonieta von Zweig (Zahar). In 2 Wochen.
Schachmeisterin Thauane de Medeiros weiht Riesenspielfeld ein

Ein sogenanntes Großschachfeld wurde am Samstag, 20. April, im Casa Stefan Zweig in Petropolis eingeweiht. Der österreichische Autor hatte hier seine berühmte Schachnovelle geschrieben und die letzten Monate seines Lebens verbracht. Der ganze Tag stand im Zeichen des Spiels der Könige, und die Besucher konnten gegen die Vertreter des Schachklubs Petrópolis, Bruno Wilbert und Tiago Sobreira Barbosa antreten sowie gegen die 19jährige Thauane de Medeiros aus Rio Grande do Sul, die 2011 Weltchampion Garri Kasparov herauszuforderte. 

Ab 27. April bietet das Stefan-Zweig-Haus zudem jeden Samstag einen von Schachlehrer Bruno Wilbert geleiteten, dreimonatigen Schach-Anfängerkurs für alle Schüler aus Petropolis an. Der Kurs ist gebührenfrei und die Teilnehmer bekommen anschließend ein Diplom ausgehändigt.
Weitere Infos unter (24) 2245 4316 von Freitag bis Sonntag 9 - 17 Uhr sowie unter (24) 8852 7820 bei Dora oder Lucia.

...in Genf...
... begeistern die Bücher des österreichischen Autors immer noch die Leser. 
Foto: Renato Bromfman
Heimatlos im Paradies
Ein Artikel von Ruedi Leuthold über Stefan Zweig und seine letzte Heimat:
Alles ist perfekt hier«, schrieb Lotte aus Petrópolis. »Eine schöne Landschaft, wir sind auf den Bergen oben, 3000 Fuß über Meer, und trotzdem ist das Tropische überall spürbar, Orangenbäume, Bananen- und Bambusstauden.« Und ihr Ehemann Stefan fügte hinzu: »Selten in meinem Leben habe ich einen angenehmeren Ort gesehen, ruhig, eine geschmackvolle Stadt. Der kleine Bungalow mit seiner großen Terrasse hat eine wunderbare Sicht in die Berge, und gleich gegenüber hat es ein kleines Kaffeehaus, das Café Elegante, wo ich für ein paar Groschen einen wunderbaren Kaffee bekomme.«...
Sonderausstellung über “Brasilien, ein Land der Zukunft”
Zwölf grosse Tafeln und verschiedene Filme können ab dem 24.11. in einer Ausstellung über das Buch besichtigt werden, das Brasilien für immer geprägt hat. Kuratoren: André Vallias und Alberto Dines. Freitags bis sonntags, 11 Uhr – 17 Uhr. Eintritt frei.


Oper: Stefan and Lotte in Paradise

Dienstag 20 September, 20:30 Uhr an der University of Salford, MediaCityUK, Salford, M50 2HE.
Stefan and Lotte in Paradise ist eine einstündige Kammeroper. Es handelt sich um ein vierhändig komponiertes Werk von Alan Williams (England) und Marcos Lucas (Brasilien). Das Libretto von Philip Goulding handelt von den letzten Monaten des Ehepaars in Petrópolis und schneidet die Themen des Exils und der Verfolgung an.

Internationale Stefan Zweig-Gesellschaft in Weimar
Ein Vortrag von Dr. Burkhard Stenzel über „Stefan Zweig und Weimar und die Lesung von Sofie Gross (Stefan Zweig: “Unvermutete Bekanntschaft mit einem Handwerk“) waren Höhepunkte der diesjährigen Tagung.
SZ im New Yorker
Ein 6 Seiten langer Artikel von Leo Carey über Stefan Zweig in der letzten August-Ausgabe der Zeitschrift New Yorker.

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Casa Stefan Zweig eröffnet

Nach acht Jahre Arbeit ist der Traum nun wahr: Über hundert Gäste fanden sich am 28. Juli zur feierlichen Eröffnung des Stefan-Zweig-Hauses ein. Neben Künstlern, Professoren und Literaturfreunden, auch diplomatische Vertreter aus Deutschland, Österreich und Slowenien. Die Casa Stefan Zweig ist von Freitag bis Sonntag von 11-17 Uhr geöffnet. Eintritt frei (bis Ende August 2012). Klicken Sie, um den Bericht des taz-Korrespondenten Andreas Behn zu lesen.

Kulturzentrum und Deutschunterricht in Petrópolis
Gleich nach Stefan Zweig's Freitod, im Jahr 1942, versuchte ein Freundeskreis, in Petrópolis eine Gedenkstätte für Stefan Zweig einzurichten. Doch die politischen Verhältnisse in Brasilien und der Krieg brachten die Initiative zum Scheitern. Nun sollen in dem neu eröffneten Kulturzentrum Brasilianer Deutsch lernen und Künstler ihre Werke zeigen. Klicken Sie, um weiterzulesen.
Stefan Zweig in der Sunday Times
Klicken Sie hier, um einen Artikel des britischen Journalisten Clive Davis zu lesen

Zweigs Welt, der Beitrag eines Schriftstellers

Der brasilianische Autor Antonio Augusto Mariante Furtado ist in die Welt und das Leben Stefan Zweigs getaucht. Das Resultat sehen Sie auf dem Video (Klicken)

Stefan Zweig, 28/11/1881 - 23/2/1942

Vor genau 70 Jahren beendete Stefan Zweig in Petrópolis, Brasilien, sein Leben. Wohl keine von den Hundertausenden von Seiten, die er während seines Lebens schrieb, wurde so berühmt wie sein Abschiedsbrief (Declaracao), dessen Wortlaut wir unten wiedergeben.
Das Original des Manuskriptes, in einer sauberen Handschrift verfasst (Zweig hatte es zwei Mal fein säuberlich abgeschrieben) wurde der Nationalbibliothek von Israel vermacht – sehr wahrscheinlich von seinem brasilianischen Verleger Abrahão, so Alberto Dines, Journalist und Zweig-Biograf. Bevor er 1991 verstarb, verschenkte Koogan der Großteil seines Bstandes na Zweig-Manuskripten der Brasilianischen Nationalbibliothek in Rio de Janeiro, aber könnte das Original der Declaracao an Israel geschickt haben.
Der Artikel, den die Tageszeitung The Times of Israel heute anlässlich seines 70. Todestages veröffentlicht (Klicken), bezieht sich auch auf den Briefwechsel zwischen Stefan Zweig und Theodor Herzl, dem Gründer des Staats Israel. Als Zweig zur Zeit des Anschlusses an das Nazideutschland sein Haus am Kapuzinerberg in Salzburg aufgeben musste, brachte sein Freund Hugo Bergmann den Großteil seines Bestandes in das damalige Palästina (1934).


Declaração


Ehe ich aus freiem Willen und mit klarem Sinnen aus dem Leben scheide, drängt es mich eine letzte Pflicht zu erfüllen: diesem wundervollen Lande Brasilien innig zu danken, das mir und meiner Arbeit so gute und gastliche Rast gegeben. Mit jedem Tag habe ich dies Land mehr lieben gelernt und nirgends hätte ich mir mein Leben vom Grunde aus neu aufgebaut, nachdem die Welt meiner eigenen Sprache für mich untergegangen ist und meine geistige Heimat Europa sich selber vernichtet.
Aber nach dem sechzigsten Jahre bedürfte es besonderer Kräfte um noch einmal völlig neu zu beginnen. Und die meinen sind durch die langen Jahre heimatslosen Wanderns erschöpft. So halte ich es für besser, rechtzeitig und in aufrechter Haltung ein Leben abzuschliessen, dem geistige Arbeit immer die lauterste Freude und persönliche Freiheit das höchste Gut dieser Erde gewesen.
Ich grüsse alle meine Freunde! Mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger, gehe ihnen voraus.

Stefan Zweig
Petrópolis, 22. II. 1942

Alberto Dines zum 80. Geburtstag
Herzlichen Glückwunsch, Alberto Dines!
Das gesamte Team der Casa Stefan Zweig möchte dem brasilianischen Biografen von Stefan Zweig und Doyen der brasilianischen Presse zum 80. Geburtstag am 19.2.2012 seine tiefe Bewunderung aussprechen.
Das grösste Geschenk wird bestimmt die Einweihung (Mitte Jahr) des lang gehegten Projektes eines Museums und einer Gedenkstätte des Exils in dem Haus sein, wo Stefan und Lotte Zweig vor 70 Jahren gewohnt haben und auch gestorben sind.
(Klicken, um die Glückwünsche zu lesen)
Stefan Zweig, 70. Todestag

In der Ausgabe des 17.2.2012 hat die argentinische Tageszeitung La Nación einen ausführlichen Gericht über den 70. Todestag von Stefan Zweig veröffentlicht, sowie den dramatischen Abschiedsbrief,  den die chilenische Dichterin und Nobelpreisträgerin Gabriela Mistral am 3. März 1942 an Eduardo Mallet, Leiter der literarischen Beilage der selben Zeitung, geschickt hatte (Klicken).

Liebe Freunde des Vereins Casa Stefan Zweig
Im 70. Todesjahr Stefan Zweigs soll sein letztes Wohnhaus in Petrópolis, Brasilien, als Museum eingeweiht werden - voraussichtlich im Juni oder Juli. 70. Das Haus dient auch als Gedenkstätte des Exils im Andenken an Hunderte von Exilanten und Exilantinnen, die während der Zeit 1933-1945 in Brasilien eine neue Heimat fanden und dem Land einen wichtigen Beitrag in ihrem jeweiligen Bereich lesiteten.
Unter Leitung des Historikers Fábio Koifman haben wir einen virtuellen Karteikasten über die wichtigsten Exilanten eingerichtet. Sie können uns helfen, unsere Arbeit weiter zu finanzieren, in dem Sie einen Stuhl unseres Hörsaals “sponsoren”. Suchen Sie einen Namen auf unserer Website aus (klicken auf das Wort Liste) oder mailen Sie am
contato@casastefanzweig.org für weitere Informationen.

Stefan Zweig, 130. Geburtstag
Am 28. November jährt sich der Geburtstag des österreichischen Meistererzählers Stefan Zweig zum 130. Mal. Ein Lokalaugenschein an jenem Ort in Brasilien, wo der gefeierte Erfolgsautor die letzten Monate vor dem ersehnten Freitod verbracht hat.
Und klicken Sie hier, um einen Artikel aus der österreichischen Presse über Zweig und ein Interview mit dem Leiter de SZ Centre Salzburg, Klemens Renoldner, zu lesen.
Der Standard ( pdf)
Der Standard cont. (pdf)
Artikel im New York Times vom 21. November 2011
Der Brasilien-Korrespondent Simon Romero hat einen Artikel über das Projekt des neuen Museums in Petrópolis geschrieben (klicken), der auch im International Herld Tribune nachgedruckt wurde.
Umbau schreitet voran

Der Verein CSZ dankt der Firma Knauf für das grosszügige Geschenk in Form von Gipsplatten. Wir danken auch der Firma Landscape, die das Projekt für den Vordergarten erarbeitet. Diese letzte Etappe des Umbaus bekommt einen Finanzzuschuss durch das Projekt Kulturerhalt des Auswärtigen Amts. Dank dieser Hilfeleistungen kann das neue Museum ab März 2012 eingeweiht werden. Klicken Sie und sehen Sie sich die Fotos der Baustelle an, die unser Bauleiter Mario Azevedo zusammengestellt hat.

Zweig im Magazine Littéraire
Das Titelblatt der letzten Ausgabe des Magazine Littéraire (Nummer 513 vom November 2011) kündigt die Veröffentlichung des Stücks Légende d’une vie als “une pièce inconnue” an. In Wirklichkeit wurde das Stück am 23.12.1918 in Hamburg uraufgeführt und ein Jahr später als Buch unter dem Titel Legende eines Lebens: ein Kammerspiel in drei Aufzügen veröffentlicht. Der grosse Dichter I.B.Mandelstam übersetzte es in die russische Sprache. Die literarische Zeitschrift rezensiert auch das Essay Stefan Zweig, autopsie d’un suicide von Dominique Frischer.
Symposium über Max Kowalski

Am 4. und 5. November 2011 fand an der Hochschule für Musik und Theater München die Veranstaltung Künstler und Emigration – Max Kowalski - Symposium und Konzerte statt. Der Komponist Max Kowalski (1882 -1956), von Beruf Rechtsanwalt, war ein bekannter Liedkomponist des 20. Jahrhunderts. Auch von Stefan Zweig vertonte Kowalski einige Gedichte und Übertragungen von Lyrik (z .B. von Paul Verlaine). Kowalski hatte bei Bernhard Sekles Komposition studiert, arbeitete von 1909 bis 1938 als Rechtsanwalt (Urheberrecht). 1938 entzog ihm das Nazi-Regime die Anwaltslizenz und er wurde in das KZ Buchenwald gebracht, bevor er nach London emigrieren konnte, wo er unter ärmlichen Bedingungen seinen Lebensunterhalt verdiente und 1956 starb. Die Veranstaltung wurde mit der Universität Mozarteum (Salzburg) und der Internationalen Stefan Zweig-Gesellschaft Salzburg organisiert.

Rezension: Briefwechsel zwischen Zweig und Joseph Roth

"Zwei Untergeher unterhalten sich. Zwei Entwurzelte schreiben einander Briefe, manchmal treffen sie sich, wie hier in Ostende, mal in Salzburg, Amsterdam, Brüssel, Wien, oft in Paris; in Cap d'Antibes schreibt Roth 1932 seinen "Radetzkymarsch", Zweig hilft mit Ideen, Erinnerungen, Formulierungen, bezahlten Rechnungen, Trinkbegrenzungen" - die Rezension von Volker Weidermann in der FAZ.

Internationale Jahrestagung der SZ Gesellschaft
Ein Vortrag über die Wiederentdeckung des Werkmanuskripts von Marie Antoinette und die Zusammenarbeit mit der Nederländischen Stefan-Zweig-Gesellschaft waren zwei der Höhepunkte der Jahrestagung der Internationalen Stefan Zweig Gesellschaft (Salzburg, Freitag, 30. September 2011 bis Sonntag, 2. Oktober 2011). Klicken Sie. um das detallierte Programm zu sehen.

Briefwechsel Zweig-Joseph Roth erscheint im Wallstein Verlag
Der faszinierende Briefwechsel zwischen Zweig und Roth (herausgegeben von Madeleine Rietra und Rainer-Joachim Siegel, von Heinz Lunz) ererzählt die Geschichte einer spannungsreichen Freundschaft, besonders unter den extremen Bedingungen des Exils. »Deutschland ist tot. Für uns ist es tot. ... Es ist ein Traum gewesen. Sehen Sie es endlich, bitte!«, so beschwört Joseph Roth 1933 Stefan Zweig in einem Brief. Roth, im galizischen Brody aufgewachsen, ist bis zu diesem Zeitpunkt einer der gefragtesten Feuilletonisten. Zweig, der aus einer wohlhabenden jüdischen Familie in Wien stammt, ist ein literarischer Bestsellerautor von Weltruhm. Die Freundschaft der beiden Autoren wird nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zunehmend überschattet: Während Roth schon 1933 emigriert und von Beginn an radikal jeden Kompromiss ablehnt, versucht Zweig noch längere Zeit, sich zu arrangieren. Trotz der zunehmenden Entfremdung, unter der beide leiden, unterstützt Zweig den Freund finanziell, versucht auch immer wieder Roth vom zerstörerischen Alkoholismus abzubringen. Der Briefwechsel erzählt die Geschichte einer Freundschaft, die auch an den politischen Verhältnissen zerbricht - und die Geschichte zweier im Exil zerstörter Leben. »Wir werden nicht alt, wir Exilierten«, schreibt Zweig, als Roth 1939 in Paris stirbt. 1942 nimmt Zweig sich in Petropolis, Brasilien, das Leben.
Das Paradies ist überall verloren, von Marlen Eckl

Der Vervuert Verlag (Frankfurt) hat ein wichtiges Werk über das deutschsprachige Exil in Brasilien herausgegeben: Das Paradies ist überall verloren. Das Brasilienbild von Flüchtlingen des Nationalsozialismus, von Marlen Eckl. Klicken Sie, um einen in der Jüdischen Allgemeinen erschienenen Artikel über das Buch zu lesen.

Zweigs Totenmaske für das zukünftige Museum

Eine bronzene Kopie von Stefan Zweigs Totenmaske wurde in dieser Woche offiziell dem Vorsitzenden der CSZ, Alberto Dines, überreicht. Der Bildhauer Dr. Annibal Rodrigues Monteiro, der auch Zweigs Zahnarzt in Petrópolis war, wurde gleich nach dem Selbstmord des Schriftstellers mit der Aufgabe betreut, drei Positive in Gips herzustellen. Danach wurden in Rio de Janeiro Kopien in Bronze angefertigt. Romolo Rodrigues Monteiro, der Sohn des Bildhauers, und die Tochter Regina Maria Monteiro da Silva schenkten die Maske dem Verein SCZ. Nach der Einweihung des Museums bis zum Ende dieses Jahres kann das Werk in Stefan Zweigs früherem Wohnhaus besichtigt werden.

Die Fotos zeigen die Maske, den Bildhauer bei der Arbeit und seine Tochter, Regina Maria Monteiro da Silva, mit Alberto Dines, Beatriz Lessa und Fabio Koifman vom Verein CSZ.


 

 
Zweigs Weltbibliothek in Marburg
Seit dem 29. Juni und bis zum 16.Oktober stellt das Literaturmuseum Marburg die von Stefan Zweig initiierte Reihe des Insel Verlags Bibliotheca mundi vor. Als latinisierte Abwandlung des auf Goethe zurückgehenden Begriffs ›Weltliteratur‹ entsteht das Projekt in der ersten Jahreshälfte 1919. Die Buchreihe soll Texte der Weltliteratur in Originalsprachen bringen. Sie folgt Zweigs Idee einer supranationalen Literatur, die der geistige Kommunikationsraum einer unpolitischen Geisteselite humanistischer Prägung sei (Klicken Sie für weitere Informationen über die Ausstellung)
Vorgefühl der nahen Nacht

Vorgefühl der nahen Nacht, ein fiktiver Roman von Laurent Seksik über die letzten Tage des Ehepaars Zweig in Petrópolis, ist in einer Übersetzung von Hanna van Laak auf den Markt gekommen. Nach dem Verlaufserfolg in Frankreich hat der Blessing Verlag gleich 15 Tausend Exemplare drucken lassen. Das Foto von Stefan und Lotte Zweig wurde von dem Verein Casa Stefan Zweig zur Verfügung gestellt. Klicken Sie, um eine Rezension von Joseph Hamann über das Buch zu lesen.
Schenkung: neues Foto von Zweig
Feder in Weimar
Ernst Feder, einer der führenden Journalisten Deutschlands während der Weimarer Republik, ging wie Stefan Zweig in das Exil nach Südamerika. Er und seine Frau waren die letzten Menschen, die Stefan und Lotte Zweig in der Nacht vom 22. zum 23. Februar vor ihrem Freitod sahen. Ernst Feders Leben (1881-1964) und Werk kann bis zum 10. Juli im Stadtmuseum Weimar in einer Sonderausstellung unter dem Titel Ein Journalistenleben zwischen Weimarer Republik, Exil und Goethe besichtigt werden. Klicken Sie für weitere Informationen über die Ausstellung. Untenstehend ein Artikel über Feder, der im Argentinischen Tageblatt erschienen ist, der selben Zeitung, für die Feder als freier Journalist aus Rio de Janeiro berichtete.

Bürgermeister besucht Ausstellung in Petrópolis
Die Stadt Petrópolis fühlt sich verpflichtet, das Andenken an den österreichischen Schriftsteller Stefan Zweig und sein Werk aufrecht zu erhalten, so Bürgermeister Paulo Mustrangi während der offiziellen Abschlussfeier der Ausstellung Stefan Zweig Vive! (Stefan Zweig lebt!). Seit dem 14. Januar sind bereits über 1,2 Tausend Besucher verzeichnet. Der Kultussekretär der Stadt, Charles Rossi, begrüsste die Zusammenarbeit mit dem Verein Casa Stefan Zweig und der österreichische Botschafter Hans-Peter Glanzer hob Zweigs Leben zwischen Hochgefühl und Depression, dem Land der Zukunft und der Welt von gestern hervor.Vorträge von Alberto Dines, Vorsitzender der Casa Stefan Zweig, und dem Schriftsteller Deonísio Silva, der ein Buch über Lotte (Zweig) in Petrópolis verfasst hat, rundeten den Abend ab. Studenten der Universität Estácio de Sá konnten fast zwei Stunden lang mit den Vortragenden diskutieren.Die Ausstellung kann noch bis Sonntag, dem 1. Mai, besucht werden und wird danach voraussichtlich nach Rio de Janeiro wandern. Die Einweihung des Museums Casa Stefan Zweig ist für 2012 geplant.
Kulturerhalt fördert Renovierung des Zweig-Hauses mit 62 T Euro

O embaixador da Alemanha no Brasil, Wilfried Grolig, e o cônsul-geral no Rio de Janeiro, Michael Worbs, anunciaram no dia 18 de fevereiro em Petrópolis uma verba de 62 mil euros (R$ 140 mil) para a reforma da última casa de Stefan Zweig. O financiamento é do programa de conservação de cultura do governo alemao. Os diplomatas vistoriaram a obra, onde foram recebidos pelo engenheiro Mario Azevedo.Durante solenidade no Theatro S. Pedro que contou com a presença do ministro do Turismo, Pedro Novais e dos prefeitos de Petrópolis, Paulo Mustrangi, e Teresópolis, Jorge Mario Sedlacek, o embaixador Grolig informou que durante o Ano da Alemanha no Brasil, em 2013, deverão ser realizados eventos na casa, como palestras e mostras. Os diplomatas e suas esposas visitaram ainda a exposição sobre Zweig no Centro de Cultura Raul de Leone e a Biblioteca Municipal para conhecer a coleção particular de livors do escritor austríaco e se disseram impressionados com a organização e a preservação da memória local.

Leia a seguir a matéria que saiu no jornal Tribuna de Petrópolis no dia 20/2/2012:




Turistas e petropolitanos vão ganhar um presente cultural - a Casa Stefan Zweig - nunca antes aberta ao público, será transformada em museu - um Memorial do Exílio - destinado a divulgar as obras do autor austríaco e de outros artistas, intelectuais e cientistas que se refugiaram no Brasil durante o período de 1933 a 1945 e que contribuíram para a cultura, as artes e a ciência do país. A reforma da casa, localizada na Rua Gonçalves Dias, no Valparaíso, está orçada em R$ 600 mil, foi iniciada há dois meses e tem conclusão prevista para o mês de fevereiro de 2012, quando a morte de Zweig completa 70 anos.
O projeto de revitalização da Casa Stefan Zweig, tombada pelo Instituto do Patrimônio Histórico e Artístico Nacional (Iphan) desde os anos 80, é assinado pelo arquiteto Miguel Pinto Guimarães. A Casa Stefan Zweig pretende estabelecer parcerias com entidades afins, oferecendo acesso on line a pesquisadores e ao público em geral, e criar estímulos para pesquisa acadêmica sobre a obra de Zweig e a literatura do exílio em geral através de bolsas de estudos e concursos.
Para viabilizar o início das obras, o programa de conservação da cultura do governo alemão doou 62 mil euros, mais de R$ 140 mil, à Casa Stefan Zweig, que é uma entidade cultural de direito privado, sem fins lucrativos. “Além da política, economia, ciências e pesquisas a Alemanha e o Brasil também têm atividades culturais em comum. Stefan Zweig foi um ponto importante entre a Europa e este país, principalmente Petrópolis, porque morou aqui durante um momento importante da nossa história. Por isso nos sentimos na obrigação de ajudar a preservar a memória deste escritor austríaco tão importante. Em 2013, durante as comemorações do Ano da Alemanha no Brasil, serão organizados diversos eventos na Casa Stefan Zweig como forma de dar a ideia do que é a Alemanha contemporânea”, explicou o embaixador alemão Wilfried Grolig.
O escritor Stefan Zweig e sua segunda mulher, Lotte Altmann, escolheram o Brasil como refúgio às atrocidades do nazismo que eram cometidas na Europa durante a Segunda Guerra Mundial.



Reise ins Exil
Este site é um espaço aberto a trabalhos de pesquisa e universitários sobre Stefan Zweig, sua vida, sua obra e sua época. Friderike Manthey nos enviou de Berlim a sua tese de mestrado que compara a literatura de viagem sobre o Brasil que Zweig escreveu com suas anotações pessoais (cartas, diários) durante a época do exílio. O resumo de seu trabalho, em alemão, breve estará traduzido.
Stefan und Lotte Zweigs südamerikanische Briefe
Stefan Zweig was an incessant correspondent but as the 1930s progressed, it became difficult for him to maintain contact with friends and colleagues. As Zweig's correspondence all but ceased with the outbreak of World War II, little is known about his final years. Even less is known about Lotte Zweig, his second-wife, secretary and travel-companion. This book provides an analysis of the Zweigs? time together and for the first time reproduces personal letters, written by the couple in Argentina and Brazil, along with editorial commentary. Furthermore, Lotte finally emerges from her husband's shadows, with the letters offering significant insights into their relationship and her experience of exile.

Darién J. Davis is an associate professor of history at Middlebury College, Vermont. He has written on race, migration and twentieth century intellectual and cultural history. Oliver Marshall is an independent historian based in Sussex, England, who has published on South American and international migration history. He has been a research fellow at the University of London?s Institute of Latin American Studies and at the University of Oxford?s Centre for Brazilian Studies and its Centre for Latin American Studies.

"Based on hitherto unknown personal correspondence of Stefan and Lotte Zweig, this thought-provoking and magisterial work of literary-historical scholarship offers a rare blending of clarity, psychological insight, and meticulous research. Refreshing, vastly informative, and stunning in its revelations, this exemplary biographical account is an indispensable standard for many fields".
Prof. Jeffrey B. Berlin, co-editor of Stefan Zweig: Briefe 1897-1942. 4 vols. (S. Fischer Verlag, 1995-2005)
Stefan Zweig lebt - in Salzburg und Umgebung
Stefan Zweig lebt!(*) Er lebt, seit er gestorben ist. Die Spanne seines „Nachleben“ (after life, in der englischen Bezeichnung) ist schon um ganze acht Jahre länger als die sechs Jahrzehnte seines Lebens; das Nachwort seiner Biografie umfasst weit mehr als die Grösse eines Kapitels und ist ein Buch für sich, nicht weniger inhaltsreich als seine turbulente Existenz.
Der Krieg zerstörte Zweig 1942 und der Frieden von 1945 erweckte ihn überall zu neuem Leben erweckt. Seitdem wird Zweig immer wieder zur Hauptfigur einer Reihe von Revivals die sowohl sein Werk, die Protagonisten seiner Biografien, seine Prinzipien und die Ideen aus Erinnerungen, Essays, Tagebüchern und Briefen umfassen...
Buchvorstellung von Alberto Dines am 28.7. in Salzburg
Zweig ist einer der Schwerpunkte der diesjährigen Salzburger Festspeiel. Die Novelle Angst wurde am 28. Juli auf der Bühne uraufgeführt. Klaus Maria Brandauer las am 29.7. einen Text des österreichischen Autors. CASA STEFAN ZWEIG wurde in der Mozartstadt durch einen Vortrag von Albert Dines über Stefan Zweig im Land der Zukunft vertreten. Unter dem zahlreichen Publikum waren auch die Vertreterin des Williams Verlags Zürich, Lindi Preuss, der Generalsekretär des österreichischen Zukunftsfonds, Botschafter Richard Wotawa, der Vosrtand der Internatiobnalen Stefan Zweig Gesellschaft, Hildemar Holl und der Leiter des Stefan Zweig Centres Salzburg, Klemens Renoldner. Die Veranstaltung geschah im Rahmen des Sommerprogramms der Freunde der Salzburger Festspiele.
Klicken Sie, um den vollständigen Vortrag von Dines zu lesen.
casa
Zweig und Ben Huebsch
Professor Jeffrey Berlin schickte uns freundlicherweise dieses Foto von Zweig und seinem US-amerikanischen Verleger Ben Huebsch (Viking Press). casa
Vortragsreihe Gründerjahre im Stefan Zweig Centre
Musiker, Schriftsteller, Schauspieler und Wissenschaftler aus Österreich versuchten in Salzburg nach dem 1. Weltkrieg mit einigen nach dem Zusammenbruch der Monarchie recht fragwürdig gewordenen „urösterreichischen“ Idealen einen neuen Aufbruch zu wagen. Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt und Richard Strauß sind nur die prominentesten Gestalten der frühen Salzburger Festspiel-Szene.
Um die Energien, Motive und Utopien jener Salzburger Gründerjahre nach dem Ersten Weltkrieg besser zu verstehen, hat das Stefan Zweig Centre in Salzburg einen österreichischen Kulturwissenschaftler aus Berlin, einen Professor für Zeitgeschichte in Wien und einen Salzburger Literaturwissenschaftler zu Vorträgen eingeladen-

Ein großes Podiumsgespräch über Hugo von Hofmannsthal, den bedeutenden österreichischen Schriftsteller und wichtigsten Vordenker der Salzburger Festspiele beschließt das Programm „Gründerjahre“.

2. - 6. August 2010, Stefan Zweig Centre Salzburg, Europasaal.

Zweig und seine Manuskriptensammlung
Stefan Zweig sammelte Autographen und Manuskripte. Lesen Sie darüber von Stephen Maughan einen Text, der in Fine Books & Collections abgedruckt wurde.
Artikel: Eine Gedenkstätte für Stefan Zweig
Wolfgang Kunath über den Umbau des Zweig-Hauses in Petrópolis in den Brasilien-Nachrichten.
Denkmalschutz genehmigt Baupläne
Die Pläne für den Umbau der Casa Stefan Zweig wurden von der Denkmalschutzbehörde Iphan genehmigt. Das Team des Architektenbüros Miguel Pinto Guimarães sieht eine grosse Treppe vor, die durch verschiedene "Stationen" (Veranstaltungsräume) unterbrochen wird.
Präsidentin der Salzburger Festspiele besucht das Zweig-Haus in Petropoli
Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler und Konzertdirektor Markus Hinterhäuser besuchten am 5.3.2010 in Petropolis das letzte Wohnhaus von Stefan und Lotte Zweig. Die Novelle Angst soll in diesem Sommer im Rahmen des 90jährigen Jubiläums der Festspiele (25. Juli bis 30. August) aufgeführt werden.

Neues Plakat vor dem Haus in Petropolis

Ein viel kritisierter Autor
Eine im London Review of Books erschienene Rezension anlässlich der Neuausgabe von Zweigs Memoiren zeigt, dass der Schriftsteller trotz seiner Verkaufserfolge oft heimlich belächelt wurde.
Stefan-Zweig-Boom in Frankreich
Zweig erfreut sich hauptsächlich in Frankreich immer noch grosser Beliebtheit. Seine Bücher sind dort Bestseller, wie man auf dem Foto sehen kann. Ein neues Buch von Laurent Seksik, Les derniers jours de Stefan Zweig, ist kürzlich bei Flammarion veröffentlicht worden. Auf den Bestsellerlisten steht Zweig ganz oben. Von seinem bis Herbst 2008 unveröffentlichten Werk Reise in die Vergangenheit sind mehr als 200.000 Exemplare verkauft worden, 100.000 davon in den ersten zwei Monaten. Dieser Verkaufserfolg hat in Frankreich eine ganze Reihe Neuauflagen und Schriften über Zweig nach sich gezogen. Der österreichische Schriftsteller rufe beim französischen Leser auch heute noch so viel Interesse hervor, weil er "Höhlenforschung in unseren Seelen" betreibe, so ein Kritiker. Klicken Sie hier um das vollständige Feature im ORF zu hören.


photo © Rafael Casé
Die unglaubliche Geschichte des Kapitäns Americo dos Santos
Überraschung im Internet: Über die Webseite unserer CASA STEFAN ZWEIG entdeckte der portugiesische Ingenieur Henrique Marques dos Santos ein Buch, in dem die belgischen Autorin Rosine de Dijn über seinen Vater, Americo dos Santos schreibt. Das Schicksalsschiff erzählt, wie Kapitän dos Santos den Passagierdampfer Serpa Pinto über den unruhigen Atlantik des zweiten Weltkriegs steuerte - an Bord mal jüdische Flüchtlinge aus Europa, darunter auch Stefan Zweig, mal Nazis aus der Neuen Welt, die "heim ins Reich" wollten, um in Hitlers Truppen zu kämpfen.

Hier die Rezension von Marlen Eckl über eine Geschichte, die bald auch in Zweigs letzter Heimat Beachtung finden dürfte: Übersetzt von Marina und Kristina Michahelles soll Das Schicksalsschiff in der zweiten Jahreshälfte 2010 im brasilianischen Verlag Record erscheinen.

Und hier die e-Mail, die uns vom Sohn des Kapitäns erreichte..
Dr. Juljan Czapski verstorben
Am 12 Januar verstarb mit 84 Jahren ein einstiger Flüchtling aus dem Europa des zweiten Weltkriegs, der in Brasilien zu einem berühmten Arzt wurde: Dr. Juljan Czapski (oder auf portugiesisch einfach nur "doutor" genannt). Geboren in Polen, kam Czapski mit 14 Jahren nach Brasilien. Neben seiner Tätigkeit als Arzt engagierte er sich auf so unterschiedlichen Gebieten wie Kultur und Umweltschutz. "Er hatte mehr Pläne und Projekte als ich je hatte", erinnert sich seine Tochter, Silvia Czapski, Journalistin und derzeit mit einem Buch über ihren Vater beschäftigt. "Die vielen Menschen, die mir in den letzten Monaten von seiner Anständigkeit erzählt haben, seinen Kämpfen und Ideen, seinen Erfolgen, sein Streiten für eine gerechtere Welt - all das hat mich tief beeindruckt."
Lesen Sie hier mehr über die abenteuerliche Ankunft der Familie Czapski in Brasilien.
Dokumentation über Exilanten
Die vierte und letzte Sendung der Dokumentation des Observatório da Imprensa über die 70 Jahre des Beginns des Zweiten Weltkrieges hatte als Thema die Exilanten im Land der Zukunft und wurde am 1. Dezember im TV Brasil ausgestrahlt. Neben Interviews mit Geschichtswissenschaftlern und überlebenden Emigranten aus der Kriegszeit, sprach Alberto Dines auch über das Drama von Stefan Zweig, dem wohl berühmtesten aller Exilanten.
Klicken Sie für mehr Einzelheiten und um die einzelnen Sendungen zu sehen.
Unbekannte Briefe veröffentlicht
Wie viele Briefe schrieb Stefan Zweig doch im Laufe seines Lebens? Vier wuchtige Bände umfassen allein seine ausgewählten Korrespondenzen (S. Fischer); ausufernd war schon der Briefwechsel mit seiner ersten Frau. Da müsste es eigentlich nicht überraschen, wenn nun fünf unveröffentlichte Schreiben an einen unbekannten Vetter in Israel erscheinen.
Doch lesen Sie selbst: hier ein Kommentar von Alberto Dines und die Nachricht in der israelischen Zeitung Haaretz.
Kulturbeilage für SZ
Brasilien, ein Land der Zukunft ist aktueller denn je. Die Kulturbeilage Mais+ von Sonntag, 18.10.2009, der grössten Zeitung Brasiliens Folha de S.Paulo, ist diesem Werk des österreichischen Schriftstellers gewidmet. Sehen Sie unter Stefan Zweig und Texte die Essays (auf Portugiesisch) unter anderem von den Geschichtswissenschaftlern José Murilo de Carvalho und Ronaldo Vainfas, dem Anthropologen Hermano Vianna und der Soziologin Maria Alice Rezende de Carvalho, unter anderen.
Videofilm
Ein neuer Videofilm über die Initiative CASA STEFAN ZWEIG kann online abgerufen werden. Rechts ganz oben in der grünen Spalte - und klicken!
Symposium in Fredonia
Spezialisten aus aller Welt trafen sich in einem Symposium über Zweig und seine überseeischen Beziehungen an der State University of New York in Fredonia. Die Historikerin Dr. Marlen Eckl hat einen Vortrag gehalten und einen Videofilm über CASA STEFAN ZWEIG vorgestellt. Marlen Eckl ist die Übersetzerin der Biografie Tod im Paradies von Alberto Dines ins Deutsche.
Der brasilianische Filmemacher Sylvio Back hat seinen Film Lost Zweig vorgeführt und die zweisprachige Ausgabe (portugiesisch-englisch) des Drehbuches des Filmes (von Imago 2008 in Rio de Janeiro herausgegeben) präsentiert.
Die Universität Fredonia besitzt das größte Bild-Archiv von Stefan Zweig in den USA, Das Archiv wurde 1981 zur Hundertjahrfeier des Geburtstages des Schriftstellers eröffnet.
Klicken Sie, um zwei Artikel zu lesen, die in der Regionalzeitung Observer erschienen sind.
Exilliteratur: Sammlung Izabela Kestler
Unendlich traurig, aber mit grosser Dankbarkeit, informieren wir den Erhalt einer kostbaren Schenkung: der Bestand über Exilliteratur der im Juni tragisch verunglückten Germanistin Izabela Kestler. Unser Dank gilt besonders dem Witwer Milton Correa Lopes Junior, der Schwester Izana Sampaio und den Eltern. Ihre Geste wird es Exilforschern aus aller Welt ermöglichen, die reichhaltige Sammlung von Büchern, Broschüren, Manuskripten, Briefen und Audio-Kassetten mit Original-Interviews mit deutschsprachigen ExilantInnen in Brasilien einzusehen. Das Material wird bereits für den zukünftigen Bestand der CASA STEFAN ZWEIG in Petropolis katalogisiert. Das Team der Gedenkstätte des Exils, unter Leitung des Historikers Fabio Koifman, sucht nun Sponsoren, um die Interviews zu digitalisieren und den Bestand zu organisieren. Die Sammlung ist in unermüdlicher Arbeit während mehr als zwei Jahrzehnten entstanden und ist ein wichtiger Beitrag zur Exilforschung. Klicken Sie, um die vorläufige Liste der Buchtitel zu sehen, die bis jetzt katalogisiert wurden.

"Eine neue Welt von visuellen Reizen"
Die drei Zeichnungen (Tusche, Bleistift und Kohle) gehören zur Serie Verwirrung der Gefühle von André Tavares. Als Inspiration dienten verschiedene Erzählungen von Zweig, die Biografie von Alberto Dines und Fotos des Ehepaars Zweig in Brasilien. "Ich habe mit der hügeligen Landschaft von Petrópolis gearbeitet und überlegt, wie diese magische Natur und diese neue Welt von visuellen Reizen auf Zweig gewirkt haben mag", schreibt uns der Künstler, der an der Universität Sao Paulo Kunstgeschichte unterrichtet.
Alexander Altberg verstirbt mit 101 Jahren in Brasilien
Der Berliner Architekt Alexander Altberg, der noch vor dem 2. Weltkrieg nach Brasilien flüchtete, ist mit 101 Jahren am 15. August in Marília, im Bundesstaat Sao Paulo, verstorben. Er war es, der im Oktober 1940 in Rio de Janeiro das Ehepaar Zweig zu einer Veranstaltung für Flüchtlinge gefahren hat. Im Juni 2008, kurz nach seinem 100jährigen Geburtstag, wurde Alexandre Altberg von Jörg Trettler für CSZ in Marília interviewt.
Fotos


Stefan Zweig und sein Bruder Alfred
Edgar Morin und das Land der Zukunft
Für den französischen Filosofen, Soziologen, Geschichts- und Wirtschafstwissenschaftler Edgar könnte Brasilien tatsächlich das "Land der Zukunft" werden, wenn es im Stande ist, die Korruption zu besiegen. Dafür sei allerdings eine Erziehungsreform notwendig, die auf dem Prinzip der Solidarität basiert. So wie Zweig vor nunmehr fast 70 Jahren prophezeit hat, besitzt Brasilien grosse Vorteile im Vergleich zu anderen Ländern: die kulturelle Mischung und die biologische Vielfältigkeit. Wenn das Land dieses positiv auswertet, könnte es ohne Weiteres die Führungsrolle einer "multidimensionalen weltweiten Veränderung" zu einer neuen Zivilisation übernehmen, so Morin. Lesen Sie das komplette Interview (auf portugiesisch) in der Tageszeitung O Estado de S. Paulo.
Briefwechsel mit Hesse und Memoiren von Friderike auf Spanisch
Der reichhaltige Briefwechsel zwischen Zweig und Hermann Hesse, der sich über drei Jahrzehnte lang ausdehnt, sowie die Memoiren der ersten Frau Friderike sind soeben auf dem spanischen Markt erschienen. Klicken Sie, um die Kritik in der Literaturbeilage der Ausgabe des 4.7.2009 der Zeitung El País zu lesen.
Zweigs Doktortitel, erst 2003 wieder zuerkannt
Im Jahr 1941 verlor Stefan Zweig aus "rassistischen Gründen" den 1904 an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien erworbenen Grad eines Dr. phil. in Philosophie(Dissertation: Die Philosophie des Hippolyte Taine). Erst 2003, fast 60 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde ihm der Doktorgrad posthum wieder zuerkannt. An der Universitaet Wien wurden im Jahr 1938 über 2.700 vorwiegend jüdische Angehoerige der Universitaet aus 'rassischen' und/oder 'politischen' Gründen entlassen und in der Folge vertrieben und/oder ermordet. Die 2009 veroeffentlichte Online-Datenbank 'Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universitaet Wien 1938' umfasst derzeit rund 2.200 Namen und Kurzbiografien von Betroffenen. Bisher konnten die Namen von 1.770 der rund 2.230 vertriebenen Studierenden festgestellt werden, sowie die Namen der 234 Betroffenen von Aberkennungen akademischer Grade und rund 200 Namen von vertriebenen ProfessorInnen und DozentInnen.
Das Gedenkbuch verzeichnet neben den bislang bekannten Namen auch Geburtsjahr und Fakultaet der betroffenen Personen, bei den Lehrenden auch das Fach, bei den Doktoratsaberkennungen das Promotionsjahr und der damals erworbene und in der NS-Zeit aberkannte akademische Grad.
Trotz intensiver wissenschaftlicher Recherchen ist diese Online-Datenbank kein abgeschlossenes Werk, sondern befindet sich in einem offenen Forschungsprozess, der in der Zukunft hoffentlich auch die Namen jetzt noch nicht bekannter und genannter Opfer des Nationalsozialismus zu Tage foerdern wird, und sie damit Teil dieses Gedenkbuches werden laesst.
Journey into the past
Laura Hugo vom Londoner Verlag Pushkin Press berichtet uns über den Erfolg der neu erschienenen Ausgabe von Journey into the Past (Widerstand der Wirklichkeit): "On Thursday 25th of June Pushkin Press held the launch at the Austrian Cultural Forum in London, which was a great success and full house. The translator Anthea Bell gave a presentation, chaired by the writer Paul Bailey who provided a wonderful introduction published in this edition. (...) Pushkin Press is very proud to continue to publish more titles by Stefan Zweig, of which The World of Yesterday, available in November 2009 and Fear, in January 2010, both in new translations by the acclaimed prize winner Anthea Bell (...)."
Siehe Rezension im
The Independent
The New Yorker: "What Are You Reading, Richard Brody?"
Ein Kommentar über Zweigs Autobiografie, Die Welt von gestern.
Die schweigsame Frau
Der verliebte alte Freier, der von den Jungen düpiert wird: An der Wiener Staatsoper ist die neue Inszenierung von Strauss' „Schweigsame Frau“ nun zu Ende. Es sei „das beste Libretto für eine opéra comique seit Figaro“, schwärmte Richard Strauss für den von Stefan Zweig verfassten Text für seine Oper. Siehe Artikel in Die Presse.
Stefan Zweig, the secret superstar
Ein Artikel von Julie Kavanagh in der letzten Ausgabe der Beilage More Intelligent Life, des Economist.
Tag der deutschen Sprache in Petrópolis
Der Verein CASA STEFAN ZWEIG hat am 17.6. mit einem Vortrag von Alberto Dines über Zweig am Tag der Deutschen Sprache in Petrópolis teilgenommen. Die Veranstaltung wurde von der Katholischen Universität Petrópolis organisiert. Der österreischische Konsul in Rio, Peter Waas, war ebenfalls anwesend. Das Foto zeigt Alberto Dines mit dem Leiter des Kaiserlichen Museums, Maurício Vicente Ferreira Júnior.


fotos: Jörg Trettler
Zweig-Treffen in Fredonia
Klicken Sie für das Programm des Zweig-Symposiums in Fredonia, NY, vom 1. bis 3. Oktober 2009. Das Projekt CASA STEFAN ZWEIG wird auch vorgestellt.
Dr. Izabela Kestler, 1959-2009
Das gesamte Team der CASA STEFAN ZWEIG trauert mit der Famile, den Freunden, Kollegen und Studenten von Dr. Izabela Maria Furtado Kestler, die durch den tragischen Absturz des Fluges 477 der Air France jäh ihr Leben verlor. Die Germanistin Dr. Kestler hat der Exilforschung mit ihrer Doktorarbeit einen bedeutenden Beitrag geleistet. Das Buch “Die Exilliteratur und das Exil der deutschsprachigen Schriftsteller und Publizisten in Brasilien” (276 S.) erschien im Verlag Peter Lang. Von Anfang an unterstützte sie das Projekt CASA STEFAN ZWEIG als Mitglied des Ausschusses für Material und Forschung.
Patrik von zur Mühlen hat im Nachrichtenbrief vom Juni der Gesellschaft für Exilforschung einen Nachruf geschrieben.


Das neue Buch in Deutschland
Ein Publikum von gut 100 Personen besuchte am 4. Juni die brasilianische Botschaft in Berlin um mehr über das Projekt CASA STEFAN ZWEIG und das Werk Stefan Zweig im Land der Zukunft, die Biografie eines Buches von Alberto Dines zu erfahren. Unten einige Bilder der am 20. Mai erfolgten Buchbesprechung mit dem Autor im Baukurs Jardim Botânico, Rio de Janeiro.


Photo: Jörg Trettler
Zweig und das Thema der Hoffnung
Lesen Sie hier (auf Portugiesisch) die Schlussrede von Alberto Dines für das 21. Treffens des Nationalen Forums in Rio de Janeiro (19.-21. Mai 2009).
Jeffrey Berlin über Stefan Zweig im Land der Zukunft
Jeffrey Berlin, einer der führenden Namen im Bereich der Exilforschung, hebt die Vielfältigkeit der neuen Aspekte in dem neuen Buch von Alberto Dines hervor. Klicken Sie um die Korrespondenz von Berlin an Alberto Dines zu lesen.
Stefan-Zweig- Schulen rund um den Globus
Die CASA STEFAN ZWEIG stellt ab heute den Lesern dieser Website die drei SZ-Schulen vor (zwei in Brasilien und eine in Endingen am Kaiserstuhl). Wir fangen heute mit der Escola Estadual Stefan Zweig in São Paulo an.

Magazine Littéraire
Stefan Zweig ist auf dem Titelblatt der Mai-Ausgabe des Magazine Littéraire. Die Zeitschrift enthält ein 26seitiges Dossier über den österreichischen Schriftsteller, mit einigen noch unveröffentlichten Fotos und einem unveröffentlichten Text. Klicken Sie hier, um die Inhaltsangabe zu finden
Buchbesprechung im Magazin für Geschichte
Lesen Sie die Buchbesprechung, die in der Ausgabe vom Juli 2009 im Magazin für Geschichte (Revista de História) der Brasilianischen Nationalbibliotehek veröffentlicht wurde.
Rezensionen über SZ im Land der Zukunft
Brasilien; Pressebericht; Gazeta Mercantil;

Rezension einer Neuerscheinung von Alberto Dines

über Stefan Zweigs „Brasilien: Land der Zukunft“



In der Tageszeitung „Gazeta Mercantil“ vom 15. Mai 2009 erschien in der Wochenendbeilage eine ausführliche Rezension über das neu erschienene Buch Stefan Zweig no país do futuro (Stefan Zweig im Land der Zukunft) des Journalisten und Zweig-Forschers Alberto Dines, der im Apirl das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Forschung erhielt.
Konsul Steinberger in Peru verstorben

Alberto Dines und Konsul Steinberger. Foto: Jörg Trettler

Die Mitarbeiter und Freunde der CASA STEFAN ZWEIG sind bestürzt über den frühen Tod des österreichischen Konsuls Reinhold Steinberger. Wir sprechen hiermit der Familie, den Freunden und den Kollegen unser herzliches Beileid aus. Steinberger hat sich von Anfang an für den Umbau des letzten Wohnhauses Zweigs in Petropolis eingesetzt. Das Projekt CASA STEFAN ZWEIG wurde in seiner Residenz geboren, der gleiche Ort, an dem letzte Woche in Anwesenheit des österreichischen Botschafters dem Präsidenten der CSZ, Alberto Dines, das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst verliehen wurde. Steinberger verstarb 55jährig am 30. April in einem tragischen Autounfall in der peruanischen Stadt Ica. Er hinterlässt die brasilianische Ehefrau Jane und zwei Kinder.
SZ im Land der Zukunft
“War es Utopie oder Kurzsichtigkeit, ein politisches Projekt oder ein Reiseprospekt? Brasilien, ein Land der Zukunft, das vieldiskutierte Buch von Stefan Zweig, bleibt weiterhin ein umstrittenes Werk, eine offene Frage. Aber eines ist sicher: selten hat ein Reisebericht in solch einem Maß den Namen eines Landes geprägt“.
So lautet der Anfang von Stefan Zweig im Land der Zukunft, die Biografie eines Buches von Alberto Dines, Journalist, Zweig-Biograf und Vorstehender der CSZ. Wer das Buch kaufen möchte, kann uns per Email kontaktieren.
Ein Teleskop in der Seele
Ansprache von Alberto Dines nach der Verleihung des österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst.
Brücke zwischen der „Welt von gestern“ und dem heutigen Österreich
Die Ansprache des österreichischen Botschafters in Brasilien, Hans-Peter Glanzer.
Salzburg-Petrópolis
Der Vorsitzende der Internationalen Stefan-Zweig-Gesellschaft, Hildemar Holl, beglückwünschte Alberto Dines zu dem neuen Buch und bestätigte, dass das „Stefan Zweig Centre Salzburg“ an einer Intensivierung der Kontakte zu Brasilien interessiert sei.
Dines: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst


Für seine herausragenden Verdienste um das Leben und das Werk Stefan Zweigs wurde der Journalist Alberto Dines am 22.4. mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.
Es handelt sich dabei um die höchste Auszeichnung, die die Republik Österreich für wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen vergibt.
Symposium: Zweigs transatlantische Beziehungen
Papers are invited for an international Stefan Zweig Symposium to be held at SUNY Fredonia on Oct 1-3 2009. The symposium will also feature the United States premiere of Sylvio Back’s award-winning documentary Lost Zweig (2003) in the presence of the director.
Whereas recent Zweig symposia in Berlin and Jerusalem have focused their attention primarily on Zweig’s relationship to Europe, the SUNY Fredonia symposium hopes to particularly attract papers that explore Zweig’s “transatlantic connections,” i.e. the way in which his writings establish a dialogue—much like the first successful transatlantic telegraphic exchange that so much fascinated the Austrian modernist himself—between Europe (both British and Continental) and the Americas.
All paper presentations will be plenary. There is no registration fee for this conference.

Scholars are also kindly invited to prolong their stay after the symposium to do research at SUNY Fredonia’s Stefan Zweig Archives.

Symposium Organizers:
Birger Vanwesenbeeck, Department of English, SUNY Fredonia
Jeremy Linden, Head of Archives, SUNY Fredonia
Postfräuleingeschichte auf der Longlist der besten Übersetzungen
Die Postfräuleingeschichte wurde erst nach Zweigs Tod veröffentlicht. Sie steht auf der Longlist der besten Übersetzungen ins Englische im Jahr 2008 des New York Book Review . The Post-Office Girl wurde von Joel Rotenberg übersetzt.
Serpa Pinto, das Schicksalsschiff
Flüchtlinge vor dem Naziregime gehen in Lissabonn an Bord der Serpa Pinto; deutschbrasilianishe Familien steigen in Rio ein, um "heim im Reich" für den Führer zu kämpfen. Ein Buch erzählt die spannende Geschichte eines Schiffes, das den ganzen Krieg über den Atlantik überquert hat. Dr. Marlen Eckl hat es für uns rezensiert.
Link zum Stefan Zweig Centre in Salzburg
Schauen Sie in die Website des neuen Stefan Zweig Centres in Salzburg, wo der Schriftsteller von 1919 bis 1934 lebte.
Zweig in der taz
Zweig und das Haus in Petrópolis sind Thema eines Berichtes im Reiseteil der taz.
Teise in die Vergangenheit
Die Novelle ist einer der Verkaufsschlager des Herbstes in Frankreich, wo derzeit 43 Werke von Stefan Zweig als Taschenbuch erhältlich sind (insgesamt 4 Millionen verkaufte Exemplare). Der grösste Hit ist immer noch die Schachnovelle, mit 900 Tausend Exemplaren, dann 24 Stunden aus dem Leben einer Frau, mit 530 Tausend, Verwirrung der Gefühle, 350 Tausend und Amok, 300 Tausend Exemplare.
Hier eine Rezension der Novelle, erschienen im Figaro im Dezember 2008.
Briefwechsel Zweig-Segall
Der Katalog der Ausstellung Navio de emigrantes enthält den Briefwechsel zwischen Stefan Zweig und Lasar Segall als Faksimile. Er kostet R$ 60 und ist im Museum Lasar Segall in São Paulo erhältlich.
Fragen Sie Reich-Ranicki
In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erkärt der bekannte Literaturkritiker, warum Zweig immer noch zu den meistverkauften Autoren zählt.
Neuorientierung im Exil
Die "weltanschauliche Orientierungssuche im Exil“ wurde im Oktober 2008 von Wissenschaftlern aus vielen Teilen der USA, aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Kroatien diskutiert. Die Germanistin Marlen Eckl berichtet von dem Symposium der North American Society for Exile Studies.
Neue Pläne
Der Umbau des Hauses in Petropolis wird bald beginnen. Klicken Sie hier, um zu sehen, wie das neue Museum aussehen soll.
Wie kamen Sie "auf den Zweig"?
Wann und wie entstand Ihr Interesse an Stefan Zweig? Wir erhalten unzählige Mails von Lesern, die an dem Leben und Werk des österreichischen Schriftstellers interessiert sind. So zum Beispiel der 25jährige Student Bruno Felipe Rothbarth Decker, der seine Abschlussarbeit in Literaturwissenschaften an der Universität Santa Catarina über Zweig schreiben möchte...
SZ Centre in Salzburg eröffnet
Das neue Stefan Zweig Centre wurde am 28. 11. in Salzburg - am Geburtstag des Schriftstellers - eröffnet. Die Nichte Lotte Zweigs, Frau Dr. Eva Alberman war zur Eröffnung aus London angereist.
Renato Bronfman, Vorstandsmitglied der CASA STEFAN ZWEIG, war auch bei der Eröffnungsfeier anwesend.
Klicken Sie auf http://oe1.orf.at/konsole/otoninfo?id=99315 um ein Interview des Leiters des neuen Centres, Prof. Dr. Klemens Renoldner, zu hören. Klicken Sie http://www.unitv.org/beitrag.asp?ID=182 für Videos und andere Beiträge über den Tag der Eröffnung. Weitere Informationen auf der Seite http://www.stefan-zweig-centre-salzburg.at/
Stefan Zweig Centre in Salzburg
Auch das Europa-Zentrum der Universität Salzburg ist jetzt - neben dem neuen Stefan Zweig Centre - in der Edmundsburg auf dem Mönchsberg,mit Blick auf den Dom (Foto), das Schloss und den Kapuzinerberg.
Diplomaten retten Leben: Koifman über Souza Dantas
Der Historiker Fábio Koifman, Mitarbeiter der CASA STEFAN ZWEIG, hat am 17. November in der portugiesischen Botschaft in Brasilia einen Vortrag über die Rettungsaktionen des brasilianischen Botschafters Luiz de Souza Dantas während der Nazizeit gehalten.
Ein Interview mit Zweig in Rio, 1936
Der Fouché, die Biografie der Marie Antoinette, aber auch die Gefahren des Faschismus und der Glaube an ein geeintes Europa: viele Themen in einem Interview mit Stefan Zweig in Rio, im August 1936.

EIN INTERVIEW MIT STEFAN ZWEIG

Im Jornal do Commercio

Jornal do Commercio, Rio, 26.08.1936, S. 4

Was der große Schriftsteller den anderen Reportern sagte und was uns blieb... – Wie und warum die Biografie Maria Antonietta geschrieben wurde - Fouché und der mittelmäßige und unfreiwillige Held – Die Poesie in der Komposition der Geschichte – Die Unterdrückung der menschlichen Persönlichkeit durch die Massen – Die Revolte des Erasmus und der Kult den Zweig ihm widmet – Das ideale Europa und die Pflicht des Dichters

Stefan Zweig empfing die Journalisten von Rio im Copacabana Palace. Er wollte eine Pressekonferenz geben, (seiner Meinung nach) die beste Form, die modernste und die intelligenteste, kein Interview zu geben. Der Drang zu fragen vervielfacht die Fragen, die verschiedensten, und der Befragte, befragt über Literatur, über Politik, über Landschaften, über Menschen und Sachen, antwortet mit halben Worten und unvollständigen Gedanken, oder lächelt nur und antwortet gar nicht…

Genau das geschah mit Stefan Zweig mit den professionellen Reportern von Rio de Janeiro, die beauftragt wurden, ihn zu sehen und zu hören. Der brillante Schriftsteller, der uns besucht, redete ziemlich viel, aber er sagte nur das, was ihm recht schien, und flüchtete nicht in die Banalität, Lobgesänge auf die Natur zu halten und Lobhymnen auf die Landschaft von Rio de Janeiro zu singen, und auf die Hügel, die andere schon gerühmt haben und auf die Wässer, die andere schon besungen haben.

Es ist wahr, dass der Glanz der Wörter von Stefan Zweig die Wunder unseres Landes in neuem Licht erstrahlen liess und uns die Augen öffnete für die Schönheiten, auf die wir stolz sind und unser Interesse für all jenes weckte, was uns nicht mehr als Neuigkeit erschien.

Wir hatten jedoch ein brennendes Verlangen danach, Stefan Zweig über Sachen zu hören, die mehr über ihn sagten als über uns. Und wir gingen zum Copacabana Palace, bewaffnet mit Fragen und Neugierden, die uns - beantwortet und befriedigt – für die professionelle Anstrengung entschädigen würde, dem Leser, der bestimmt an vertraulichen Mitteilungen und Äußerungen des Schriftstellers von Fouché genauso interessiert ist, wie wir anderen, gut zu dienen. Aber die Pressenkonferenz des großen Schriftstellers war für den Reporter eine Qual. Eine Qual, eine Beklemmung und eine permanente Enttäuschung.

Kaum hatten wir begonnen unsere Frage zu stellen, kam schon eine andere, lautere, aus der Gruppe derjenigen, die den Schriftsteller umringten, und unsere Frage blieb an der ersten Silbe hängen oder verlor sich im Geschreie derjenigen, die schon vor uns etwas wissen wollten. Oder es war Zweig selbst, der sprach, damit die anderen schwiegen.
Die Ungeduld des illustren und liebenswürdigen Schriftstellers, des Anführers der noblen Gesellschaft der Menschen der Schrift, verlangte danach, dass das Interview ein Ende nähme, da andere Treffen die ehrenhafte Anwesenheit des hohen Gastes erwarteten. Der hilfsbereite Vorstand des Brasilianischen Presseclubs (Associação Brasileira de Imprensa) Herbert Moses sorgte mit seinen Anordnungen dafür, dass diese ausreichend zu hören bekämen um etwas zu schreiben und fürchtete gleichzeitig Fragen, die durch ihre Indiskretion oder Entgleisung zu aufdringlich werden könnten.
Und wir wurden langsam nervös ob der Unmöglichkeit unsere professionellen Pflichten zu erfüllen. Und während wir schon an die zweite geplante Frage dachten, vergaßen wir, dass wir die erste noch nicht einmal formuliert hatten…
Und während die Zeit verging und wir uns auf dem Gehsteig der Avenida Atlantica wiederfanden, zum Auto flüchtend, das vor dem Tor des Copacabana startete, und Stefan Zweig an einen Ort brachte, den wir nicht kennen, kamen wir langsam zu Bewusstsein und wie durch ein Wunder präzisierten sich, klärten sich, vervollständigten sich die Fragen, die wir uns vorgestellt hatten und die Antworten, die wir bekamen, für dieses Interview, auf das wir jetzt mit den Lesern des Jornal do Commercio anstoßen können.

Also, das Erste, was wir von Stefan Zweig wissen wollten, war über Maria Antonietta und wir fragten:
-Was hat Sie dazu bewegt über Maria Antonietta zu schreiben?
-Ich hatte lange Zeit, sagte er, den Charakter von Maria Antonietta nicht klar verstanden. Ich hatte auf der einen Seite die lebhaft diskutierten Angaben der Anwälte der Revolution in Erinnerung und auf der anderen Seite die Vergötterungen der realistischen Literatur. Ich wollte diesen Charakter zu meinem persönlichen Vergnügen studieren und wurde auf diese Weise dazu gebracht, systematische Recherchen anzustellen, die mir ohne Ende neue Perspektiven eröffneten. Ich begann in den Archiven von Wien zu forschen und stellte mit einer erfreulichen Überraschung fest, dass ein wichtiger Teil der Korrespondenz von Maria Theresa unbekannt war. Die Republik zögerte natürlich nicht, die Veröffentlichung dieser Korrespondenz zu erlauben.
-Jene Korrespondenz ist wirklich zum Verlieben und die Ausgabe, die Georges Girard veröffentlicht hatte, liefert eine genaue Beschreibung der Biografierten.
-Meinen Sie nicht? Auf der anderen Seite war mir auch eine Leidenschaft, die ich seit langem pflege hilfreich, die Autografensammlung. Dadurch war ich von zahlreichen Briefen unterrichtet, die fälschlicherweise Maria Antonietta zugeschrieben worden waren. Briefe, die andere Biographen der Königin guten Glaubens in ihren Büchern verwendeten. Er erschien mir nun, dass eine Biographie Maria Antoniettas, basierend auf exakten Dokumenten keine überflüssige Sache wäre, sondern im Gegenteil, eine Notwenigkeit.
Die Arbeit verlor für mich ihren Reiz nicht, da ich als Österreicher natürlich die Geschichte meines Landes kenne und so die Möglichkeit sah, verschiedene Besonderheiten des wahrlich österreichischen Temperaments von Maria Antonietta zu beschreiben. Nichts ist in Wirklichkeit falscher als in dieser halb Lothringer halb österreichischen Frau eine Deutsche zu sehen, wie man es so oft machte. Auf der anderen Seite war mir auch die Geschichte Frankreichs nicht ganz unbekannt…
-Ja, alle wissen es wegen dem Fouché.
-Und es war für mich ein wahres Vergnügen, mich diesem so perspektivenreichen psychologischen Werk widmen zu können. Im Fouché liegt ein ungeheures Schicksal, umso schrecklicher, je weniger es sich um ein höheres Individuum handelt, sondern um einen mittelmäßigen Menschen. Niemals hat mich eine Biografie eines puren Helden so begeistert, wie die eines unfreiwilligen Helden, eines Menschen, der sich einem Schicksal ergab, dem er psychologischer weise nicht ganz gewachsen war.
In einer Figur wie der Maria Antoniettas sehe ich die menschlichste Form von Tragik und die Geschichte der Menschen zu schreiben war für mich immer in beträchtlicher Weise anziehender als mich den Göttern zu widmen.
-Zusammenfassend liegt ziemlich viel Vergnügen darin, die Dichtung mit der Geschichte zu vermischen.
-Perfekt. Übrigens, wenn ich Geschichte mache, schreibe ich zur selben Zeit Romane und Novellen. Nur, es passiert mir, was anderen auch passiert ist: die Geschichte weckt in mir ein lebhaftes Interesse und der Grund dafür liegt ohne Zweifel in den Tumulten unsere Zeit. Vor 1914 gehörte ich zu einer Menge von Schriftstellern, die in den Zeitungen systematischer weise nichts über Politik, Wirtschaft oder Sport lasen, bezüglich deren sie die größte Verachtung hatten. Wir wurden auf brutale Weise aus dem Schlaf gerissen und dazu genötigt, an allem Teil zu nehmen, was sich in unserem Umfeld ereignete. Wir müssen uns dazu überwinden, die Welt zu verstehen, in der wir leben, sowie wie die Gesetze, die gelten. Dafür gibt es kein, kann es kein besseres Mittel geben, als die Geschichte. Ich nehme an, dass ich nicht der einzige mit der Meinung bin, dass der Sinn der Geschichte und seiner Erzählungen niemals so klar erkennbar war wie in diesen Krisenjahren.
-Also, sind es nicht gerade jene, die die Lehren der Geschichte ignorieren, die uns unsere Zeit erklären wollen?
Ich glaube vor allem, dass wir heute die Geschichte besser verstehen als die meisten der Generationen, die uns vorgingen, weil wir im Verlauf dieser letzten 20 Jahren alle vorstellbaren kritischen Zustände als Zeugen erlebt haben. Wir haben Revolutionen und Konter-Revolutionen, den Krieg, den Hunger, Blockaden, Staatsstreiche, Staatsbankrotte, Geldentwertungen, Inflationen, Konventionen und Diktaturen gesehen. In 20 Jahren sahen wir und nahmen teil an allen Überraschungen und Katastrophen, die sich normalerweise auf ein ganzes Jahrhundert verteilen. Wir können nun besser vergleichen und besser verstehen, was schon passiert ist, als jede andere Generation vor uns.
Sicher, Analogien sind niemals perfekt; die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie erinnert uns an bestimmte Typen von Menschen, bestimmte Formen von Geschehnissen. Ich bin davon überzeugt, dass man selten so gute Geschichte gelesen hat, wie in unserer Epoche, dass selten die Geschichte und die Biografie so gute Erzähler fanden.
-Aber, glauben Sie, dass diese intensive Erfahrung in unserer Epoche irgendetwas Neues hervorgebracht hat?
-Sie schuf vor allem eine neue Dimension; niemals zuvor hat man in der Geschichte kollektive Ereignisse von so großem Ausmaß registriert. Der Krieg von 1914 war das erste Ereignis dieser Art, dass Hunderte von Millionen von Individuen…, die anderen Kriege vor diesem sind eingedrungen… eine so tiefgreifende Form der Existenz der Nationen: und warum hielt der Staat dann das Individuum mit brutalster Gewalt und …als einst, nie wieder… Dazu kommen die Interventionen …, die wie das Radio, in der selben Sekunde Millionen berührten …; oder die politischen Manifestationen, die wie in Moskau, in Berlin, in Rom in der selben Stunde eine Million von Personen zusammenbringen; oder die Entwertung des Geldes, das in Zentraleuropa oder in Amerika erlaubt, dass die Staaten in … Art zur gleichen Zeit in Millionen von Geldbörsen griffen. Das alles schuf eine Uniformität von … und von Eindrücken, die wir vorher nicht kannten… Genauso, müsste der ehrliche Beobachter auch die Psychologie der Massen studieren… sowie die des Individuums. Historisch gesehen, … dass sich nichts geändert hat, es wurde kein … geschaffen … eine enorme Ausbreitung und Ausdehnung… Fakten. Aber ein so plötzlicher Verlauf... brachte fatalerweise eine Krise mit sich.
Die ganze Unruhe, die uns in diesem Moment heimsucht, resultiert schließlich de facto aus … wir sind immer noch komplett angepasst… neuer Rhythmus, an die neuen Dimensionen der Ereignisse.
-Wir verstehen, was Sie denken; wie viele Menschen auch sind wir in diesem Punkt einverstanden – dass die größte Bedrohung für die Menschen im Moment … die Unterdrückung seiner Persönlichkeit … durch das Kollektiv ist. Glauben Sie, dass das Individuum … sich von diesem Druck der Massen befreien kann?
-Äusserlich, nein, um richtig verstanden zu werden … dass wir von der Vergangenheit abhängen, einer Lehre, einem Staat zugehören, wir seine … sind. Aber von einem inneren Standpunkt aus gesehen, ist die Unabhängigkeit… immer möglich, obwohl das die größten Anstrengungen... Ich haben vor kurzem die … von Erasmus studiert, Objekt eines meiner Arbeiten, und habe in ihm einen der seltenen Menschen gefunden, die sich ihre innere Unabhängigkeit in einer weltweiten Krisenzeit … zu behalten wussten.
Heute ist Europa zwischen Faschismus und Demokratie eingezwängt. Zur Zeit des Erasmus, … durch den Wind von Luther, zerstückelten der Protestantismus und der Katholizismus die Kirche, diesen letzten europäischen Staat. Es gab dann auch keine freie Wahl für das Individuum, es musste sich zu einem oder zum anderen bekennen. Aber Erasmus hasste die Übertreibung auf der einen Seite und auf der anderen Seite verabscheute er den Fanatismus, von welcher Seite auch immer er komme.
So nahm er die undankbarste Position ein, indem er sich zwischen die zwei Parteien stellte und versuchte die geteilte, zerstörte, zerfetzte Welt – zu mindest auf spirituelle Weise – wieder zu vereinen. Auch heute wäre ein Mensch wie Erasmus, fähig zu derselben Anstrengung, von höchster Notwendigkeit. Das Studium seines Lebens half mir sehr zu verstehen, dass die Zeit der Reformation in ihrer Brutalität und ihrer Größe unserer Zeit so ähnlich ist. So stellte es für mich eine Pflicht dar, ein Monument der Dankbarkeit zu schaffen, wie klein es auch sein mag, an diesen ersten Europäer, diesen begeisterter Anhänger des Friedens, diesen Vorläufer, der vor uns alle Gefahren erlebte, denen wir in der heutigen Welt ausgesetzt sind.
Und um abzuschließen, in Stefan Zweig den Europäer zu sehen, der seinen Glauben an Europa nicht verloren hat, … seinen Idealismus und er schloss ab:
-Wir, die wir an ein zukünftiges Europa glauben, und in dem wir schon durch ... lebten, haben die Verpflichtung uns an all jene zu erinnern, die schon sehr früh auf die Welt gekommen sind und vergebens für diese Idee gekämpft haben und für sie Verachtung und Hass auf sich gezogen. So wie die Nationen Statuen für ihre Gründer und ihre Helden errichteten, ist es notwendig, dass wir damit beginnen, Monumente zu schaffen, die später das Pantheon des Geistes schmücken werden. Erasmus ist mir um so viel lieber, als er ein Besiegter war. Es wurden jene bereits genügend gerühmt, die die Welt mit Dogmas oder mit Krieg geteilt haben… erinnern wir auch jene, die ihre Einheit wollten oder die zumindest an ein spirituelles Einverständnis aller Menschen geglaubt haben. Und wenn die eigene Geschichte nur den Sieger feiert, liegt es an uns, dass wir eine spirituelle und psychologische Gerechtigkeit walten lassen und auch an die Besiegten denken, weil sich der Erfolg durch sich selbst glorifiziert, während jene, die gescheitert sind, keinen anderen Verteidiger haben, als den Dichter.
Und dann schwieg Stefan Zweig mit dieser Beschwörung einer Gerechtigkeit der Großzügigkeit durch die Schönheit und die Reinheit der Poesie. Wir hörten seine bewunderungswürdigen Konzepte nicht mehr und … hier, in diesen Zeilen, das was wir von dem großen Biographen Dostojewski gehört zu haben dachten, wissen wir nicht wirklich, ob er uns das alles gesagt hat … oder ob in unserer Erinnerung nur … die Worte , die eines Tages André Rousseau hörte und in einer seiner interessanten Reportagen mit dem Schriftsteller von universeller Bedeutung wiedergab, der uns nun besucht…


Letzte Bilder
Unsere Website besitzt einen wachsenden Bestand an Fotos von Stefan Zweig und seiner Welt. Hier sehen Sie zwei der letzten Fotos des Autors, die auf der Titelseite der Zeitschrift Aufbau (Bd. VIII, Nr. 9 New York, 27.2.1942) abgebildet und freundlicherweise von Frau Renate Seib, Deutsche Nationalbibliothek, zur Verfügung gestellt wurden.
Zweig-Büsten
Die älteste Büste zu Ehren des Schriftstellers wurde 1943 in Salvador de Bahia (siehe Abbildung) eingeweiht. In Europa gibt es Zweig-Büsten im Pariser Jardin du Luxembourg und neben dem Kapuzinerkloster in Salzburg [...]
Gegen das Vergessen: Bücherverbrennung in Salzburg, 1938
70 Jahre nach der ersten österreichischen Bücherverbrennung auf dem Residenzplatz in Salzburg erinnert die Universitätsbibliothek Salzburg...
CSZ gründet Partnerschaft mit Universität und Schule
Studenten der Studienrichtungen Literatur und Kommunikationswissenschaften der Universität Estácio de Sá (Petrópolis) werden unter Leitung der CSZ an Projekten in der Escola Municipal Stefan Zweig (Stefan Zweig-Schule) von Petrópolis mitwirken...
Zweig und die Musik
Zweigs Letztes Gedicht, das er anlässlich seines 60. Geburtstages im November 1941 (kurz vor seinem Freitod) schrieb, wurde in Brasilien von dem deutschen Komponisten Heinz (Henry) Jolles (1902-1965) vertont. Die Originalpartitur des Stückes befindet sich in der Brasilianischen Nationalbibliothek in Rio de Janeiro.
Zweig durch das Objektiv von Augusto Malta
Dem Leser George Ermakoff ist es gelungen, herauszufinden, wer Zweig in Rio de Janeiro in Begleitung des Diplomaten Jimmy Chermont in einem Redaktionssaal abgebildet hat: es war der berühmte Fotograf Augusto Malta.
Neue Buchspenden
Seit Mai 2007 hat die CASA STEFAN ZWEIG bereits beträchtliche Schenkungen in Form von Büchern oder Dokumenten für den Bestand des zukünftigen Museus in Petrópolis erhalten. Von der österreichischen Botschaft in Brasília kam eine Schuenkung von zwei Büchern (deutsch und englisch) über Zwangsarbeit in Österreich zwischen 1938 und 1945. Vom Williams Verlag (Sonia Dobbins und Lindi Preuss) erhielten wir eine Jubiläumskassete mit 10 der wichtigsten Werke Zweigs (Mary Stuart, Marie Antoinette, Erasmus, Fouché, Ungeduld des Herzens, Die Welt von Gestern, Der Kampf mit dem Dämon, Drei Dichter, Drei Meister, Sternstunden der Menschheit).
Im Spetember kamen Werke von Zweig in französischer Übersetzung dazu - eine Schenkung von Tobias Cepelowicz. Im September, die 1. amerikanische Auflage des Romain Rolland (Thomas Seltzer, New York, 1921) von Tobias Cepelowicz, Rio de Janeiro. Kontaktieren Sie uns bitte, wenn Sie Bücher von oder über Stefan Zweig und seine Zeit spenden wollen.
Willkommen
Seien Sie heute willkommen in der Welt von Gestern. Im wunderbaren Land der Zukunft, das nie seine Gegenwart bewältigen konnte. In der Galerie der Baumeister der Welt, der besiegten Helden und der siegreichen Antihelden. In der Verwirrung der Gefühle, den Briefen von Unbekannten und Bekannten. In den Sternstunden der Menschheit und den elenden Momenten, aus denen wir so viel gelernt haben.

Willkommen im Pazifismus, obwohl wir wissen, dass die Welt im permanenten Kriegszustand lebt. Im Humanismus und in der Toleranz in einer immer intoleranter werdenden Welt.

Wir begrüssen Sie in der Casa Stefan Zweig. Lernen Sie den Menschen und den Schriftsteller Zweig kennen, sein Leben, sein Werk und seine vielen Freunde, die von heute und die von gestern, und teilen Sie gemeinsam mit uns seine Ideale und Hoffnungen.

Alberto Dines, erster Vorsitzender der Casa Stefan Zweig, Brasilien
Postkarten
Als Zweig 1936 das erste Mal nach Brasilien kam, war die Stadt Rio bereits eine für Europäer faszinierende Stadt. Versenden Sie eine originelle Ansichtskarte aus den 30er Jahren...
 
zukunftsfounds

Virtuelle Ausstellung
65 Jahre Schachnovelle
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Videofilm, 2009
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